Impuls um 29. März 2026
Von Veronika Hüning (Höhbeck im Wendland), pax christi Diözesanverband Hildesheim
Der König auf einem Esel (Mt 21, 1-11)
Das Bild hat mir schon immer gefallen: dass der König nicht auf einem Kriegsross in Jerusalem einfällt, nicht in einem Streitwagen sitzt, um die Stadt einzunehmen. Heute würden wir sagen: Er kommt nicht im Panzer herangerollt, er schießt sich den Weg in die Metropole nicht frei.
Matthäus zitiert den Propheten Sacharja: „Dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig und er reitet auf einer Eselin, auf dem Fohlen eines Lasttiers.“
Wenn ein zukünftiger Herrscher so in die Stadt einzieht, wie werden die Menschen reagieren? Matthäus erzählt, dass viele ihm zujubelten, Hosanna riefen, vielleicht mit Palmzweigen wedelten oder die Zweige auf die Straße streuten. Ich vermute, dass es auch andere gab. Die sich fragten: Was will der denn? Die sich über ihn lustig machten. Die sich mit dem Finger an die Stirn tippten.
Liedruf
Du bist Licht und du bist Leben, GL 373
Jes 50, 4-7
Mit dem Finger an die Stirn tippen sich viele, wenn in der Friedensbewegung von gewaltfreier Konfliktlösung und sozialer Verteidigung gesprochen wird. „Ihr naiven Träumer! Ihr habt ja wohl den Schuss nicht gehört.“ Nun, wir haben den Schuss durchaus gehört, sogar viele Schüsse. Doch wir plädieren nicht dafür, mit noch mehr Schüssen zu antworten. Jesaja spricht davon, Schlägern den Rücken hinzuhalten und seine Wangen denen, die den Gottesknecht demütigen wollen und ihm den Bart ausreißen. Wir haben in der Friedensbewegung viel weniger auszuhalten. Spott, ja, Abwertungen und Beleidigungen vielleicht auch. Aber eine Schande ist das nicht. Wenn Gott uns jeden Morgen neu das Ohr öffnet, wenn wir auf ihn hören können, dann finden wir sicherlich auch aufmunternde Worte für alle, die müde geworden sind in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.
Lied
Singt dem Herrn, GL 376
Phil 2, 6-11
Vor wem wollen wir die Knie beugen? Vor den Königen und Königinnen, die in Prunkkutschen an uns, die wir am Straßenrand stehen, vorbeiziehen? Vor den Herrschern der Welt, die uns im Griff haben mit ihrer Wirtschaftsmacht, mit ihrer Militärgewalt, mit ihren Diktaten für Krieg oder Waffenstillstandsdeals? Wenn Paulus im Brief an die Gemeinde in Philippi schreibt: „Gott hat Jesus Christus über alle erhöht […], damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu“, dann erfüllt mich das mit Zufriedenheit. Jesus Christus ist der Herr – und niemand sonst. Er wurde Mensch und wurde von Gott erhöht, nicht wegen Glanz und Gloria, sondern wegen seiner Treue bis zum Tod. Seine Erhöhung war keine Inthronisation auf irgendeinem Herrscherstuhl dieser Welt, sondern seine Auferweckung zu neuem Leben.
Gebet
In Anlehnung an den Text eines Liedes von Vinzenz Stebler aus dem Jahre 1975 beten wir:
Christus, du bist Herr über Mächte, Throne und Gewalten. Du bist der Erste und der Letzte, Anfang und Ende. In deinen Händen ruht das Leben der Menschen. Wenn du urteilst, dann gerecht und barmherzig. Reiche entstehen, blühen und zerfallen. Aber deines überdauert alle, denn deine Herrschaft ist ewigen Ursprungs, Gott hat sie verliehen. Keiner der Großen kann sich mit dir messen. Denn dein Reich gründet auf Liebe, die mächtiger ist als alle Gewalten der Erde. Dir, Gott, dem Dreieinen, sei Lob und Preis und Ehre, immer und ewig!
Lied
Laudate omnes gentes, GL 386